eue HWWI-Studie: Alternative Wege angeregt Hamburgs Hafen läuft die Zeit davon

Neue HWWI-Studie: Alternative Wege angeregt Hamburgs Hafen läuft die Zeit davon Samstag, 28. Mai 2011 Bei Schiffen der 14000-TEU-Klasse wie der „CSCL Star“ stößt Hamburgs Hafen an seine Grenzen. Mit den im Markt erwarteten 18000-TEU-Frachtern nehmen die Probleme weiter zu. Foto: Andreas Hamburgs Hafen steht trotz eines anhaltenden Umschlagwachstums vor einer ungewissen Zukunft, wenn die vieldiskutierten Ausbauprojekte nicht zügig umgesetzt werden. „Die Maßnahmen kommen nicht schnell genug voran. Hamburgs Konkurrenten schlafen nicht“, mahnt Prof. Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI). Am Freitag stellte er in der Hansestadt eine für die Hamburger Sparkasse (HASPA) entwickelte aktuelle Analyse zum Thema Hafen & Logistik vor. Die Studie kommt zwar zu dem Ergebnis, dass der Hafen dank der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den kommenden Jahren auf dem Wachstumspfad bleiben wird. Vorteile von Hamburg seien die Dynamik der für den Hafen wichtigen asiatischen Märkte und die hohe Bedeutung des Standorts für die regionale Wirtschaft. „Wenn keine taktischen Fehler gemacht werden, stehen alle Ampeln au Grün“, betonte Straubhaar- Allerdings kritisiert der Professor „infrastrukturelle Versäumnisse“, die schnell in eine Abwärtsspirale führen können. Eine überaus wichtige Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit ist, dass sie nicht durch fehlende Infrastruktur behindert wird. Zur Diskussion um die Fahrrinnenanpassung bezieht das HWWI ebenfalls eindeutig Stellung: „Ohne eine Ausweitung der Skaleneffekte wird der Hafen seine Funktion als internationales Drehkreuz für den Containerverkehr nur unter Einschränkungen wahrnehmen können.“ Bis 2013 werde sich die Zahl der Ultra-Large-Container-Schiffe, die die Elbe nur eingeschränkt befahren können, verfünffachen. Daher sei Eile bei den Plänen zur zukünftigen Hafenentwicklung geboten. Neben der Elbvertiefung nennt die Studie ebenso die Verbesserung der Hinterlandanbindungen, wie die Hafenquerspange oder die Y-Trasse. Derlei Projekte würden mittlerweile immer schwieriger zu realisieren, weil zum einen mit öffentlichem Widerstand zu rechnen und zum anderen die Finanzierung kaum noch zu stemmen sein. Auch HASPA-Vorstand Frank Brockmann forderte die Politik zum dringenden Handeln auf: „Wir unterstützen den Senat bei seinem Vorhaben, den Hafenentwicklungsplan neu zu erarbeiten. Es darf darüber hinaus aber keine weiteren Verzögerungen mehr geben.“ Wie Straubhaar hat er Zweifel, dass die Intensität der bisherigen Bemühungen ausreicht. Die Entscheidungen der nahen Zukunft werden Straubhaars Meinung nach darüber entscheiden, ob die Wettbewerbsfähigkeit erhalten werden kann. „Neue Hafenstandorte und -kapazitäten im Nord- und Ostseebereich werden die Konkurrenz verschärfen und unter Umständen zu Verlagerungen im Transshipment-Verkehr führen“, so der HWWI-Direktor. Zum einen meint er damit den im Bau befindlichen JadeWeserPort in Wilhelmshaven, an dem sich Hamburg nicht beteiligt sowie Ausbau- und Ausbaggerungsmaßnahmen in Rotterdam und Antwerpen. Zum anderen tritt der polnische Hafen Gdansk immer mehr als Anlaufhafen für direkte Ostsee-Linien ohne Zwischenstopp in Hamburg in Erscheinung. „Mittelfristig haben Wilhelmshaven und Gdansk das Potenzial, Hamburg Marktanteile abzunehmen“, heißt es in der Analyse. In einer „vorurteilsfreien und ergebnisoffenen Diskussion“ sollte laut Straubhaar auch über Kooperationsmöglichkeiten zwischen Hamburg und Bremen nachgedacht werden, etwa im Marketing- oder Dienstleistungsbereich. Wichtig ist für HWWI und HASPA auch die Frage der Finanzierung von hafenbezogenen Projekten. „Die gute Nachricht ist: Wir sind endlich weg vom Thema „Hafen finanziert Hafen“. Das war ein Rohrkrepierer“, so Brockmann. Der Hafen habe eine hohe Bedeutung für die Region und ganz Deutschland. „Eine isolierte Betrachtung macht da keinen Sinn“, betonte auch Straubhaar. Da aber in den öffentlichen Kassen derzeit die Mittel fehlen, müsse über alternative Finanzierungen nachgedacht werden. Die Studie nennt auch die Kooperation mit privaten Investoren als Möglichkeit. „Auch hier sollte man undogmatisch diskutieren können, ob nicht neue Wege nötig sind“, forderte der HWWI-Direktor. Als Beispiel brachte er ein „Hamburger Modell“ - ähnlich dem in der Krise der Reederei Hapag-Lloyd aufgestellten - ins Spiel, bei dem sich öffentliche und private Akteure engagieren. Morgen soll die HWWI-Analyse der Hamburger Hafenwirtschaft vorgestellt und mit deren Vertretern ausführlich besprochen werden. Straubhaar und Brockmann erhoffen sich dabei entscheidende Impulse für die weitere Entwicklung des Standorts.
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne