Nordostpasssage

Nordostpassage Kanal 2004 Nordostpasssage Text: Claus-Peter Lieckfeld Fotos: Markus Kröger Zwei Wege führen von der Nordsee in die Ostsee: rund Skagen oder durch den Kanal, den Kaiser Wilhelm II. einst für seine Flotte baute. Die Reise über Land ist kürzer und sicherer - und hat es dennoch in sich. Wirtschaft Feb 2004, No. 42 KANALFAHRT Ozeanriesen im Gegenverkehr Was befremdet, ist nicht das, was man sieht auf der Brücke der „Crystal Emerald". Bildschirme mit Radaranzeigen, chromglänzende Kontrollgeräte, die alles Erdenkliche aus dem Bauch des modernen Chemietankers vermelden, diverse Kompasseinrichtungen. All das durfte man erwarten, so oder ähnlich. Was einen stutzen lässt, ist eher das, was fehlt: das Steuerrad - dieser zur Sprichwörtlichkeit gerundete Inbegriff christlicher Seefahrt. Dieses Mythenrad, an dem in Einsamkeit, Sturm und Nacht einer noch seinen Mann stehen konnte. Heute sitzt Mann. Und zwar auf einer Art Barhocker, und der „Steurer" hat dabei einen Joystick in der Hand, einen kleinen Hebel, dessen Minimalausschläge über sichere Fahrt oder Havarie entscheidet.„Steurer" ist hier kein Synonym für den Rudergänger: Steurer oder Kanalsteurer sind die Fachleute, die an Bord kommen, um Schiffe ab einer bestimmten Größenordnung durch den Kanal zu lenken, denn das ist auf der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt ein Job, der keinen Spielraum für Fehler lässt. Lotsen stehen zusätzlich auf der Brücke, als verantwortliche Berater der Kapitäne und nicht zuletzt als Wegweiser durch die Vorschriften. Harald von Bosse, Ex-Kapitän und mit 61 einer der erfahrensten Lotsen auf dem Nordostseekanal (NOK), kennt sie natürlich in- und auswendig. Nur die seiner Meinung nach wichtigste Richtlinie steht nirgendwo: „Das Gesetz von Herrn Bernoulli. Jeder Verstoß dagegen wird bestraft. Und zwar gna - den - los." Autor Claus-Peter Lieckfeld Claus-Peter Lieckfeld, Jahrgang 1948, ist freier Journalist mit Wohnsitz in Windach beim Ammersee, wo er als Jollensegler jedem „Entgegenkommer" bequem ausweichen kann. weitere Infos
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne